Ein Bauprojekt ist immer Teamarbeit. Besonders dann, wenn es technisch anspruchsvoll ist, verschiedene Bauweisen miteinander verbindet und am Ende moderner Wohnraum entstehen soll, der architektonisch überzeugt und energetisch zukunftsfähig ist. Genau ein solches Projekt realisiert Hochbau Detert aktuell gemeinsam mit Sieker Architekten aus Bielefeld. Geplant ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Studierendenwohnungen und gemeinsamer Tiefgarage. Das Gebäude wird im KfW-40-Standard errichtet und verbindet massive Bauteile mit moderner Holzbauweise. Damit entsteht ein Bauvorhaben, das auf viele aktuelle Anforderungen reagiert: effiziente Flächennutzung, nachhaltigere Bauweisen, energieeffizientes Wohnen und eine Architektur, die Funktionalität und Gestaltung miteinander verbindet.
Ein Projekt mit vielen Ebenen
Schon der Blick auf die Konstruktion zeigt: Dieses Bauvorhaben ist alles andere als gewöhnlich. Das Kellergeschoss und die beiden Erdgeschosse werden in Massivbauweise errichtet. Sie stehen auf einem gemeinsamen Vollkeller aus Beton, der als sogenannte weiße Wanne ausgeführt wird. Diese Bauweise schützt das Kellergeschoss zuverlässig gegen drückendes Wasser und Feuchtigkeit – eine wichtige Grundlage für die dauerhafte Qualität des Gebäudes. Im Untergeschoss entstehen mehrere Nutzungsbereiche. Unter den beiden Gebäudeteilen befinden sich die Kellerräume der Wohneinheiten sowie Technikräume. Hinzu kommen ein Raum für Hausmeisterequipment, ein Waschmaschinenraum, ein separater Fahrradkeller sowie eine Tiefgarage mit acht Pkw-Stellplätzen. Die Tiefgarage verbindet die beiden Kellerbereiche miteinander. Auch Fahrradabstellflächen werden integriert. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über eine gerade Rampe. Da ein Teil der Rampe außerhalb des Kellergeschosses liegt und der überdachte Bereich eine abweichende Deckenhöhe hat, ist hier eine besonders genaue Abstimmung in der Planung und Ausführung gefragt. Auch die unterschiedlichen Stärken der Stahlbetonsohle und der Decke über dem Kellergeschoss zeigen, wie komplex die Konstruktion ist.
„Dieses Bauprojekt zeigt sehr gut, was modernes Bauen heute ausmacht: unterschiedliche Bauweisen, hohe energetische Anforderungen und viele technische Details, die sauber ineinandergreifen müssen. Gerade die Verbindung aus Massivbau, Holzbau, Sichtbeton und KfW-40-Standard macht das Projekt anspruchsvoll. Genau solche Aufgaben reizen uns, weil wir hier unsere Erfahrung, unsere Präzision und unser handwerkliches Know-how einbringen können.“
Norma Bopp-Strecker, Geschäftsführerin Hochbau Detert
Massivbau trifft Holzbau
Ab dem ersten Obergeschoss verändert sich die Bauweise deutlich. Die Obergeschosse werden aus Holzrahmenwänden mit Brettsperrholzdecken errichtet. Damit kombiniert das Projekt die Vorteile des Massivbaus im Sockel- und Kellerbereich mit den Stärken des Holzbaus in den oberen Geschossen. Diese hybride Bauweise ist technisch anspruchsvoll, bietet aber viele Vorteile. Holz ist ein nachwachsender Baustoff, ermöglicht vergleichsweise leichte Konstruktionen und kann zu einer positiven CO₂-Bilanz beitragen. Gleichzeitig sorgt der massive Unterbau für Stabilität, robuste Erschließungsbereiche und eine langlebige Gebäudestruktur. Auch gestalterisch wird die Kombination sichtbar. Die Fassaden erhalten Putzflächen und Holzschalungen. Die Treppenhausbereiche werden bis zum oberen Gebäudeabschluss mit einem Wärmedämmverbundsystem und keramischem Belag ausgeführt. So entsteht ein Gebäude, das moderne Holzbauweise nicht versteckt, sondern architektonisch sichtbar macht.
Sichtbeton, Fertigteile und präzise Ausführung
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Treppenhäusern. Die beiden Treppenhauskerne inklusive Aufzugsanlagen werden bis zum dritten Obergeschoss geführt. Alle Treppenläufe werden als Fertigteilelemente in Sichtqualität ausgeführt. Das bedeutet: Die Bauteile bleiben sichtbar und müssen deshalb nicht nur funktional, sondern auch optisch besonders sauber hergestellt und eingebaut werden. Teilflächen der Treppenhauswände werden im Bereich der Treppenläufe ebenfalls als Sichtbetonwände erstellt. Für die Ausführung bedeutet das: Jeder Anschluss, jede Oberfläche und jedes Detail muss stimmen. Sichtbeton verzeiht wenig. Genau darin liegt aber auch sein Reiz. Wenn Planung und Handwerk sauber ineinandergreifen, entsteht eine hochwertige, ehrliche und dauerhafte Architektur.
Wohnraum mit Licht, Struktur und Aussicht
Die oberirdischen Gebäudeteile werden jeweils als sogenannte Zwei-Spänner geplant. Das bedeutet: Pro Etage entstehen zwei Wohnungen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind die Grundrisse jeweils baugleich vorgesehen. In den oberen Etagen werden die Gebäude als Staffelgeschosse ausgebildet. Das vierte Obergeschoss eines Gebäudeteils springt vom dritten Obergeschoss zurück und wird als Maisonette-Wohnung mit einer Wohnung aus dem dritten Obergeschoss verbunden. Große Fensterflächen sorgen für viel Tageslicht. Geplant sind bodentiefe Fenster ebenso wie Brüstungsfenster. In einem Gebäudeteil werden zudem großflächig verglaste Erkerelemente umgesetzt. Das Vorderhaus erhält in den Etagen eins bis drei jeweils einen Balkon. Auch bei den Wohnungstrennwänden kommen verschiedene Bauweisen zum Einsatz: einschalige Massiv- und Trockenbauwände sowie zweischalige Holzrahmenbauweisen. Diese Kombination zeigt, wie individuell die baulichen Anforderungen innerhalb eines Projekts sein können – etwa beim Schallschutz, Brandschutz, bei der Statik oder bei der späteren Nutzung.
„Uns war wichtig, ein Gebäude zu planen, das funktional, nachhaltig und architektonisch klar ist. Die Kombination aus massivem Sockelbereich, Holzbau in den Obergeschossen, begrünten Dachflächen und Photovoltaik verbindet zeitgemäße Wohnqualität mit einer zukunftsorientierten Bauweise. In der Umsetzung kommt es auf eine enge Abstimmung mit dem ausführenden Bauunternehmen an – und genau diese Zusammenarbeit mit Hochbau Detert funktioniert sehr vertrauensvoll und lösungsorientiert.“
Dipl. Ing. Architekt Daniel Sieker
Energieeffizient geplant
Das Gebäude wird im KfW-40-Standard errichtet. Damit erfüllt es hohe energetische Anforderungen. Da das gesamte Kellergeschoss als unbeheizter Bereich geplant ist, wird die notwendige Wärmedämmung im Fußbodenaufbau der Erdgeschosse vorgesehen. Auch die Balkonplatten und die Decke über der Rampe werden thermisch getrennt ausgeführt – unter anderem mit Isokörben. So werden Wärmebrücken reduziert und die energetische Qualität des Gebäudes verbessert. Alle Dachflächen werden als Flachdächer mit Gefälledämmung ausgeführt und extensiv begrünt. Die Hauptdachflächen erhalten außerdem Photovoltaikanlagen. Beheizt wird das Gebäude über Fernwärme. Auch die zentrale Warmwasserbereitung erfolgt über den Fernwärmeanschluss. Zusätzlich erhält das Gebäude eine Blitzschutzanlage. Damit verbindet das Projekt mehrere Bausteine moderner Gebäudetechnik: einen energieeffizienten Gebäudestandard, Fernwärme, Photovoltaik, begrünte Dächer und eine durchdachte Dämmstrategie.
Gute Zusammenarbeit als Grundlage
Bei einem Projekt dieser Größenordnung kommt es auf viele Dinge an: eine klare Planung, saubere Abstimmung, zuverlässige Abläufe und handwerkliche Präzision auf der Baustelle. Die Zusammenarbeit zwischen Hochbau Detert und Sieker Architekten bildet dafür eine wichtige Grundlage. Denn anspruchsvolle Architektur entsteht nicht allein am Schreibtisch und auch nicht allein auf der Baustelle. Sie entsteht im Zusammenspiel. Planung und Ausführung müssen ineinandergreifen. Details müssen früh erkannt, sauber gelöst und fachgerecht umgesetzt werden. Gerade bei einem Projekt, das Massivbau, Holzbau, Sichtbeton, Tiefgarage, Staffelgeschosse, große Fensterflächen und hohe energetische Anforderungen miteinander verbindet, ist diese Zusammenarbeit entscheidend. Für Hochbau Detert ist das Bauvorhaben deshalb ein gutes Beispiel dafür, was modernes Bauen heute bedeutet: Es geht nicht nur darum, Wohnraum zu schaffen. Es geht darum, langlebige Gebäude zu realisieren, die technisch funktionieren, architektonisch überzeugen und den Anforderungen der Zukunft gerecht werden. Oder einfacher gesagt: Hier entsteht nicht einfach ein Mehrfamilienhaus. Hier entsteht moderner Wohnraum mit Substanz – geplant mit architektonischem Anspruch und gebaut mit handwerklicher Erfahrung.
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